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Vorsorgevollmacht / Patientenverfügung / Kontovollmacht Rechtzeitig für den Ernstfall vorsorgen!

In unserem Pflegealltag stellen wir leider immer wieder fest, dass Patienten, sowie deren Angehörige über keine Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Konto-/Depotvollmachten verfügen. Gründe hierfür sind häufig Unkenntnis, aber auch, dass man sich mit diesen Themen ungern auseinandersetzt.

Dies sind aber wichtige Themen, die man rechtzeitig besprechen und regeln sollte. Hier einige Beispiele aus unserer Praxis:

  • Giro- und Sparkonten lauten alle auf den Namen des Ehemannes – ein typischer Fall, der sehr häufig vorkommt. Der Ehemann verstirbt. Da die Konten alle auf den Ehemann laufen und keine Vorsorgevollmacht oder Kontovollmacht für die Ehefrau oder Angehörige besteht, ist eine Verfügung über Geldbeträge nicht mehr möglich. Es können damit keine Rechnungen bezahlt werden, Geld abgehoben werden etc. In einem solchen Fall muss erst der Erbschein abgewartet werden und das kann dauern.
  • Eheleute, einer davon erkrankt an Demenz, Alzheimer oder einer anderen Erkrankung, die es ihm unmöglich macht eigene Rechtsgeschäfte oder Entscheidungen zu treffen. Eine Vorsorgevollmacht wurde nicht erstellt. In diesem Fall ist es dem gesunden Ehegatten unmöglich für den kranken Ehegatten eine rechtliche Entscheidung zu treffen. Um dies zu ermöglichen muss beim zuständigen Betreuungsgericht ein Antrag auf Betreuung gestellt werden. Oft folgt das Betreuungsgericht dem Wunsch, dass der gesunde Ehegatte die Betreuung übernimmt, aber zukünftig sind alle Entscheidungen, gerade finanzielle Entscheidungen mit dem Betreuungsgericht abzustimmen.
  • Ein Ehegatte oder Angehöriger erkrankt schwer (Bsp. schwerer Schlaganfall), es ist ihm unmöglich Nahrung oder Flüssigkeit aufzunehmen, da die körpereigenen Funktionen dies nicht mehr zulassen. Eine Patientenverfügung existiert nicht. In einem solchen Fall müssen Ärzte alles tun, um den Patienten am Leben zu erhalten, hier eine Magensonde legen, der Patient wird damit künstlich mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt. Nach der Akutbehandlung wird der Patient als Schwerpflegefall nach Hause oder in ein Pflegeheim entlassen. Über die künstliche Ernährung kann der Patient noch Jahre am Leben erhalten werden.

Daher eine Bitte! Setzen Sie sich rechtzeitig mit den Themen Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Kontovollmacht bzw. Betreuungsverfügung auseinander.

Wir haben in diesem Beitrag die wichtigsten Formulare und Broschüren – herausgegeben vom Bundesministerium für Justiz – für Sie zum Download bereitgestellt:

Vorsorgevollmacht

Mit der Vorsorgevollmacht können Sie eine Person Ihres Vertrauens bevollmächtigen Rechtsgeschäfte in Ihrem Namen abzuwickeln. Eine Vorsorgevollmacht kann von dem Aussteller jederzeit widerrufen werden. Aber Vorsicht! Bitte sprechen Sie vor Ausstellung mit einem Notar oder Rechtsanwalt über die rechtlichen Folgen!

Vorsorgevollmacht

Betreuungsverfügung

Mit einer Betreuungsverfügung können Sie heute schon die Entscheidung treffen, welche Person im Fall der Fälle die rechtliche Betreuung übernehmen soll. Eine Betreuungsverfügung erleichtert dem Vormundschaftsgericht die Entscheidung und Sie können sicherstellen, dass eine Person die Betreuung erhält, die Sie wirklich gut kennt. Bitte sprechen Sie vor Ausstellung mit einem Notar oder Rechtsanwalt über die rechtlichen Folgen!

Betreuungsverfügung

Konto- / Depotvollmacht

Die Konto-/Depotvollmacht ist abgestimmt mit den im Zentralen Kreditausschuss zusammenarbeitenden Spitzenverbänden der Kreditwirtschaft. Dieses Formular können Sie ausfüllen und bei Ihrer Hausbank einreichen. Bitte sprechen Sie vor Ausstellung mit Ihrer Bank oder einem Rechtsanwalt über die rechtlichen Folgen!

Konto- / Depotvollmacht

Patientenverfügung

Dieses Dokument enthält Textbausteine, damit Sie sich eine persönliche Patientenverfügung zusammenstellen können. Rat können Sie sich bei Ihrem Arzt, einem Rechtsanwalt oder Notar einholen. Eine Patientenverfügung ist eine wichtige Entscheidung, die Sie gut überdenken sollten.

Patientenverfügung

Das Betreuungsrecht

Die Broschüre erläutert Grundzüge des Betreuungsrechts und gibt wichtige Informationen zur Vorsorgevollmacht.

Das Betreuungsrecht